Hunderte feiern Salzwerkbettag in Bad Salzufler Liebfrauenkirche

Am Himmelfahrtstag versammelten sich über 250 Menschen zum ökumenischen Gottesdienst zum Salzwerkbettag in der Liebfrauenkirche. Christen unterschiedlicher Konfessionen wurden auf eine gedankliche Wüstenreise zur Frage "Verwurzelt?" geschickt.

Ökumenischer Gottesdienst an Himmelfahrt unter der Frage „Verwurzelt?“

Mehr als 250 Menschen versammelten sich am Himmelfahrtstag wegen des kühlen Schauerwetters zum kurzfristig vom Salzhof in die katholische Liebfrauenkirche verlegten ökumenischen Gottesdienst zur Frage: „Verwurzelt? – Wie viele und welche Wurzeln braucht der Mensch im Laufe seines Lebens und was ist mit Menschen, die ‚verpflanzt‘ worden sind? Welche Verwurzelung braucht das Leben, um auch Dürrezeiten zu überstehen?“

 

In seiner Eröffnungsrede erinnerte Bürgermeister Dirk Tolkemitt erneut an das Wunder im Jahr 1515, als die Solequelle wieder zum Fließen gebracht und vom Stadtrat ein seit dem 500. Stadtjubiläum wieder jährlich stattfindender sog. Salzwerkbettag als Dank gestiftet wurde – sinnbildlich auch eine Wurzel der Stadtgesellschaft.

Gastgeber Pfarrer Michael Karsten freute sich sichtlich über das gut gefüllte Kirchenschiff aus allen Innenstadtgemeinden. Pastorin Maria Kapetschny von der ev. freikirchlichen Baptistengemeinde leitete den Gottesdienst. In ihrer Predigt ging die Pfarrerin der ev.-reformierten Stadtkirche Irene Preuß zusammen mit der Kirchenältesten Christiane Schmidt von Psalm 1 aus und schickte die Zuhörenden auf eine gedankliche Wüstenreise. Gottes Gebote geben Richtung und Halt und können sinnbildlich für gläubige oder suchende Menschen wie Wurzeln eines Baumes sein, der an einem Bach voller Wasser gepflanzt ist. Die ev.-luth. Pfarrerin Steffie Langenau und weitere Mitwirkende setzten mit Psalmworten, Fürbitten und Gebetstexten meditative Impulse.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen der Kantorinnen Stefanie Schwarz und Yi-Wen Lai mit einem gemeinsamen Projektchor der Innenstadtgemeinden. Unter Anleitung des Teams der Evangelischen Jugend gestalteten die Kinder mit ihren eigenen Handflächen kreative Kunstwerke eines Baumes mit großer Krone und festen Wurzeln. Nach einer auf Wunsch auch persönlichen Segnung trafen sich mehr als 120 Teilnehmende zur Begegnung und einem sehr angeregten Gedankenaustausch im Gemeindehaus der Kath. Liebfrauengemeinde. Hierzu hatten gute Geister aller Kirchengemeinden Schnittchen mit Kaffee und Tee vorbereitet.

Der Salzwerkbettag hat einmal mehr die Lebendigkeit der Ökumene in Bad Salzuflen unter Beweis gestellt. Die Kollekte war in diesem Jahr für das „Keller-Café“ bestimmt, das Menschen in prekären Situationen und Flüchtlinge berät und unterstützt – damit neue Wurzeln treiben, wachsen und Halt geben können.